SIEBTRÄGER-/ESPRESSOMASCHINE


Tutorial


Im folgenden Bildtutorial zeige ich Ihnen die notwendigen Schritte für einen guten Espresso aus einer Siebträgermaschine. Es benötigt viel Zeit und Übung bis zum perfekten Espresso. Doch es lohnt sich: Hat man es erst einmal geschafft, einen perfekten Bezug hinzubekommen, möchte man den einmaligen Geschmack nicht mehr missen!


1. Tasse vorwärmen. Zuerst sollten Sie Ihre Espressotasse vorwärmen um Temperaturunterschiede beim Bezug des Espresso zu vermeiden. Die Temperatur spielt nämlich eine große Rolle. Für einen perfekten Espresso ist eine Brühtemperatur von 93 °C optimal.


2. Kaffee mahlen. Als nächstes ist das Mahlen des Kaffees an der Reihe. Der Mahlgrad muss sehr fein eingestellt werden: Bei einer Skala von 1 bis 10 (1 steht für Mokkafein, 10 für grobkörniges Salz) sollte der Mahlgrad zwischen 2 und 3 liegen. Für einen einzelnen Espresso ("Single Shot") benötigen Sie ca. 7 Gramm Kaffee. Falls Sie sich am Anfang noch etwas unsicher sind, können Sie diese Menge auch mit Hilfe einer Digitalwaage abwiegen.


3. Mahlgut gleichmäßig verteilen. Nachdem Sie den Kaffee im Siebträger haben, sollten Sie das Kaffeemehl gleichmäßig verteilen. Sie können es mit dem Finger glatt streichen oder durch leichtes Anklopfen auf die Tampermatte verteilen. Dieser Schritt ist wichtig, damit beim anschließenden Tampern eine gleichmäßige Verteilung im Siebträger garantiert ist. Wenn das nicht der Fall ist, kann es zum sogenannten "Channeling" kommen. Der Espresso extrahiert dann nicht richtig und sucht sich den schnellsten Weg durch das Kaffeemehl. Das Ergebnis ist ein Espresso, der sein Aroma nicht voll entfalten konnte.


4. Kaffee zusammendrücken. Jetzt muss der Kaffee gleichmäßig "zusammengedrückt" werden. Das macht man mit Hilfe eines Tampers. Versuchen Sie so gerade wie möglich zu drücken und ein Verkippen zu vermeiden. Den Druck, den Sie beim Zusammendrücken aufbringen, sollte zwischen 15 bis 20 kg liegen. Tipp: Mit einem sogenannten "Bodenlosen Siebträger" können Sie sehr gut erkennen, ob Ihre Technik gut ist. Entsteht wie "Bild rechts" eine gleichmäßige Extraktion, dann haben Sie alles richtig gemacht. Sollte der Espresso ungleichmäßig aus dem Sieb fließen (z. B. nur auf einer Hälfte), dann haben Sie schräg gedrückt.



5. Leerbezug. Bevor Sie den Siebträger einspannen, sollten Sie einen Leerbezug an der Brühgruppe durchführen. Lassen Sie für ca. 3 Sekunden das Wasser laufen. Durch den Leerbezug wird zum einen der Brühkopf gereinigt und das heiße Wasser, das sich im Brühkopf aufgeheizt hat, entfernt.


6. Espresso beziehen. Nun können Sie den Siebträger einsetzen und den Bezug starten. Bis der Espresso in die Tasse läuft dauert es ein paar Sekunden (3 bis 6 Sekunden). Diese Zeit nennt man "Präinfusion". Dabei füllt sich der leere Raum zwischen Duschsieb und Kaffeemehl mit Wasser, sobald dieser Raum gefüllt ist, baut die Maschine Druck auf und der Espresso läuft in die Tasse. Wenn Sie alles richtig gemacht haben, dann sollten in rund 25 Sekunden 30 ml Espresso durchgelaufen sein.

 


Ursachen für eine gescheiterte Espressozubereitung

Überextrahierter Espresso

Zeichen für einen überextrahierten Espresso sind eine meist dunkelbraune Crema, die dünn ist und sich schnell an den Tassenrand zieht. Der Espressobezug dauert mehr als 30 Sekunden und fließt nicht, sondern "tröpfelt" eher in die Tasse. Der Geschmack ist sehr bitter und stark, und das Aroma ist gering.

 

Mögliche Ursachen:

- Die Menge an Kaffeemehl ist zu hoch (über 7/8 Gramm)

- Der Mahlgrad des Kaffees ist zu fein

- Zu starkes Zusammendrücken im Siebträger ("tampern")

- Zu hohe Wassertemperatur (z. B. fehlender Leerbezug)


Unterextrahierter Espresso

 Bei einem unterextrahierten Espresso ist die Crema sehr dünn und hell. Sie löst sich auch schnell wieder auf. Der Espressobezug dauert weniger als 25 Sekunden. Der Geschmack ist eher sauer und hat keinen Körper.

 

 

 

Mögliche Ursachen:

- Die Menge an Kaffeemehl ist zu niedrig (unter 7/8 Gramm)

- Der gewählte Mahlgrad ist zu grob

- Zu leichte Pressung ("tampern")

- Die Wassertemperatur ist zu gering

- Die Qualität des Kaffees ist durch Alter und Wärme

  beeinträchtigt